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Wovon der Name unseres Dorfes abgeleitet worden ist, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Manchmal wird Ahrenshöft mit „Adlerhaupt“ übersetzt. Andere wiederum meinen, die erste Silbe sei von dem männlichen Namen „Arend“ herzuleiten. Die zweite Silbe wird wie bei der ersten Deutung auch hier mit Haupt übersetzt, was bei Ortsnamen soviel wie „Vorsprung“ bedeutet. In unserem Falle sei damit die Geestnase gemeint, die in eine Niederung vorspringt. Beide Deutungen mögen richtig sein oder auch nicht. Es scheint die mit der „vorspringenden Geestnase“ eher einleuchtend. Unser heutiges Dorf liegt genau auf dem Rand dieser Nase.

Man schrieb früher „Oarnshaud“, um 1450 „Orneshövet“, 1464 „Arnshovede“, 1652 „Örnshoved“ und 1854 „Ahrenshövd“.

Bevor unser Dorf entstand, gab es hier wohl bloß das kleine Stück Erde, das heute unsere Gemarkung ausmacht - jetzt etwas mehr als 870 ha groß.

Im Norden begrenzt durch einen Wasserlauf, der zwischen „Karsmerrieks Tannen“ und dem Bauernwald Haaks auf dem „Kätnerland“ entspringt, in die Arlau mündet und „Beek“ genannt wird; weiter östlich dann durch Haaks und bis nach Spinkebüll durch den sogenannten „Friesweg“. Die Grenze nach Osten und Südosten bildet der Norderredgraben – wir nennen ihn den „Hoxtruper Graben“, der südlich von Steinberg in die Arlau mündet. Die Arlau grenzt von hier an unsere Gemarkung nach Süden hin gegen Arlewatt und nach Südwesten und Westen hin gegen die Hattstedtermarsch ab.

Wie lange Beek und Arlau schon da sind, wird man wohl nicht mehr ausfindig machen können. Wahrscheinlich gibt es beide seit der letzten Eiszeit.

Auf alten Landkarten kann man sehen, dass es außer den beiden vorgenannten noch ein Flüsschen gab, welches südlich von Norstedt entsprang, südlich an Spinkebüll vorbei quer durch die Ahrenshöfter Feldmark und dann zwischen Klein-Ahrenshöft und Groß-Ahrenshöft hindurch lief und südwestlich von Ahrenshöft in die Arlau mündete. Den genauen Verlauf kann man nicht mehr feststellen.

Und dann war da noch eine verlassene Warft, die „Neiböhl“ oder „Nyboll“ hieß. Nach alten Landkarten zu urteilen, lag diese südwestlich von Groß-Ahrenshöft an der Arlau. 1666 soll dort ein Matz Volquardsen gewohnt haben.

Menschliche Spuren aus der Zeit vor etwa 14.000 Jahren, die bei Ausgrabungen 1997 auf den Witschiften gefunden wurden, deuten darauf hin, dass zuerst auf der Osthälfte unserer Gemarkung gesiedelt wurde. Später dann anscheinend vom Jägerkrug aus nach Westen, entlang der Grenze zur Marsch, so wie wir es heute kennen. Wann unser Dorf entstanden ist, konnte man bisher auch nicht richtig ermitteln, offensichtlich aber nach 1200 n Chr.

Im Gegensatz zu Bohmstedt ist unser Dorf auf einer Landkarte von 1240 noch nicht zu finden. Über unsere ältere Vergangenheit ist wenig bekannt. Lediglich zahlreiche Funde aus der vorchristlichen Zeit lassen einiges über Besiedelung usw. erahnen. Da fast alle Funde auf der Osthälfte der Gemarkug gemacht wurden – dort war nach Aussagen älterer Einwohner und nach den Flurnamen zu urteilen, das alte Ödland zu finden -, dürfte das jetzige Dorf wahrscheinlich eine Mittelaltergründung sein. Es wird als typische Geestrandansiedelung, die ihre Entstehung wohl der Marschenwirtschaft verdankt, bezeichnet. Die Marschenwirtschaft entstand um 1200 n. Chr.

Aber ein Dorf war es nicht immer. Aus alten Chroniken kann man ersehen, dass die beiden Dörfer Groß- und Klein-Ahrenshöft ein eigenes Kirchspiel mit einer Kirche an der Arlau bildeten.

In einer Veröffentlichung über das alte Amt Bredstedt heißt es um 1820 wie folgt: „Groß- und Klein-Ahrenshöft sind nur unbedeutende aber zur Landwirtschaft sehr bequem gelegene Dörfer. Die Bewohner sollen vordem als äußerst rohe und brutale Leute bekannt gewesen sein. Im Saufen, Toben und Schlagen haben sie sich z.T. ausgezeichnet, sowie durch auffallende Unwissenheit und Grobheit. Das hat sich zwar gebessert, aber es passieren, gemessen an der Einwohnerzahl, noch viele Unordnungen; mehr als in den Nachbargemeinden. Auch die Kultur der Felder zeigt dieses; sie ist schlechter als die der Nachbargemeinden (Anmerkung der Redaktion: Hier hat sich aber in der Zwischenzeit einiges getan…)."

Bald nach 1800 wurde auch hier von Amtswegen die Verkoppelung, die Aufteilung der bis dahin gemeinsam bewirtschafteten urbaren Flächen (Allmende) durchgeführt. Die heute noch gebräuchlichen Flurnamen (z.B. Fennen, Meede, Greede, Hohacker, Söbenbargen, Spung, Wittschiften) stammen mit wenigen Ausnahmen aus der Zeit vor der Verkoppelung und bezeichneten damals jeweils einen Schlag.

Die alte Landstraße, auch Heerweg genannt oder als „Ochsenweg“ bezeichnet, führt von Jütland (Dänemark) kommend quer durch unsere Gemarkung weiter nach Husum. Dieser diente mehrere Jahrhunderte lang als, ebenso wie der Borgerweg, als Viehtriftenweg.

Gesprochen wurde damals mit ziemlicher Sicherheit nordfriesisch. Der Handel mit Husum, Bredstedt und Viöl hatte jedoch zur Folge, dass nach und nach Niederdeutsch und Plattdeutsch zunächst verstanden und später auch gesprochen und neben dem Friesischen benutzt wurde. Heute ist Plattdeutsch bei uns noch die Umgangssprache. In vielen Haushalten wird jedoch nur noch Hochdeutsch gesprochen.

Seit dem Tage der Kreis- und Gemeindewahl am 26.04.1970 gehört unsere Gemeinde dem aus den bisherigen Landkreisen Eiderstedt, Husum und Südtondern neu gebildeten Kreis Nordfriesland an.  

 

Chronik

Weitere Einzelheiten können aus der Chronik der Gemeinde Ahrenshöft entnommen werden. Im Jahr 1999 ist das erste Band der Chronik fertiggestellt worden. Seit nunmehr über 42 Jahren arbeitet unser Ahrenshöfter Autor und Schriftsteller, Peter Heinrich Clausen, in unzähligen und mühsamen Stunden an diesem wunderbaren und uBild_Chronik_II_Homepagemfassenden Werk.

Die eindrucksvollen Bücher (Band 1 und 2), in denen das Leben von früher und heute und die Entwicklung der Familien sowie unseres Dorfes mit Daten, Fakten und tollen Bildern dargestellt werden, können entgeltlich über unseren Bürgermeister oder bei Peter-Heinrich Clausen bezogen werden. 

Die Gemeinde Ahrenshöft möchte sich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei Peter Heinrich Clausen für seine großartige Arbeit bedanken.